Der Schwerpunkt der
Beobachtungstätigkeit liegt bei der Sonne, dem Mond und den Planeten.
Durch die Teilnahme an dem Sonnenbeobachtungsprogramm Inter-Sol der Volkssternwarte
Paderborn bin ich bestrebt, die Sonne möglichst oft zu beobachten
und die Sonnenflecken zu registrieren. Der Mond ist immer
wieder eindrucksvoll. Auch nach jahrzehntelanger Beobachtung gibt es während der verschiedenen Phasen immer wieder interessante Oberflächendetails zu entdecken. Die Veränderungen in der Planetenatmosphäre des Jupiters, die Bewegung des Großen Roten Fleck, den Tanz der Monde, die Ringstellung des Saturn zu beobachten, ist immer wieder interessant. Auf der Liste der
Deep-Sky-Objekte stehen aber auch viele Galaxien, Sternhaufen und Nebel
die ich noch nicht beobachten konnte. Oft ziehe ich das Dach schon am späten Nachmittag für die Sonnenbeobachtung auf, und beobachte im Laufe des abends mehrfach, so wie die Zeit es zuläßt. Alle Beobachtungen werden mit den wichtigsten Angaben wie Zeit, Instrumentarium und Sichtbedingungen protokolliert. Teilweise entstehen dazu noch Skizzen oder Zeichnungen. In meinem Beobachtungsbuch habe ich schon mehr als 2.500 Einträge. Details zur Protokollierung
hier.
Aktuelle Beobachtungshinweise gibt es in 
Hier erscheinen
in lockerer Folge einzelne Beobachtungsberichte:
Die Erklärung der Fachbegriffe finden Sie im Lexikon.
Mars
12.01.2008, 20:50 - 21:30 Uhr UTC, D2 U2, ZM 3°
# Refr. 150/2300 mm,Binolularansatz, 255x
Am Nordpol zeigt sich die Polkappe schon sehr hell, umgeben von einem dunklen Rand. Die dunklen Gebiete unterhalb des Nordpol (im Bild oberhalb) sind das Mare Acidalium und die Region Arabia. Zum Äquator war eine dunkle Region mit den Gebieten Oxus, Lacus Niliacus, und Sinus Meridiani sichtbar. Die dunklen Gebiete im oberen Teil der Zeichnung sind u. a. Sinus Serpentis, Mare Erythraeum, Sinus Aurorae.
Komet 17P/Holmes
28.10.2007, 20:00 - 21:00 Uhr UTC, D6 U2
# Refr. 150/2300 mm, 38x
Trotz hoher Schleierwolken ist der Komet im Teleskop gut zu sehen. Er ist kreisrund und hat ein helles Kerngebiet. Auffinden konnte ich ihn nur mittels der Koordinaten und Teilkreise, da kein Stern zu sehen war.
Der Komet hatte in den Tagen zuvor einen enormen Helligkeitszuwachs. Die ist in wenigen Stunden von unscheinbaren 16-17m auf 2m5 Helligkeit angestiegen.
30.10.2007, 17:00 - 17:45 Uhr UTC, D2 U2 (Bild oben)
# Refr. 150/2300 mm, 38x
Nun ist der Komet in seiner ganzen Pracht zu sehen. Bereits mit bloßem Auge bildet er ein Dreieck mit alpha und delta Per. Die Helligkeit ist mit ca. 3m mit der von delta Per vergleichbar. Holmes erscheint gelblich als Scheibchen.
Das Dach ist schnell geöffnet und die Beobachtung kann beginnen. Bei einen Gesichtsfelddurchmesser von 1°08´ ist das Bild phantastisch.Der Komet ist kreisrund und gleichmäßig hell. Er zeigen sich nur wenig Strukturen. Zum
Nordwestenrand ist er etwas dunkler und der Rand selbst ist hier nicht so scharf abgegrenzt. Der helle sternförmige Kern liegt in südöstlicher Richtung etwas aus der Mitte. Von Kern aus breitet sich ein kleines, etwas helleres Dreieck zu Rand hin aus. Dies ist offenbar der Schweifansatz, der von der Erde weggerichtet ist. Der Gesamteindruck ist, wie wenn man senkrecht auf ein rundes, spitzes Zeltdach blickt.
Noch mehrfach zieht es mich an diesen Abend immer wieder ans Teleskop. Zwischenzeitlich hat die Bewölkung wieder zugenommen. Gegen 21:30 Uhr klappe ich mein Teleskop wieder ein um das Dach zu schließen.
11.11.2007 20:45 Uhr und 21:25 Uhr UTC D2 U2 (Bild mitte)
# Refr. 150/2300 mm, 38x Eine große Wolkenlücken gibt den Blick zum Kometen frei. Die Position hat sie im Vergleich zu anderen Kometen in den letzten Tagen nur geringfügig verändert. Seine Bahn hat ihn etwa 1° an Mirfak (alpha Per) herangeführt. Im Teleskop fällt sofort seine Größe auf. Er nimmt nun etwa die Hälfte des 1°08´ großen Gesichtfeldes ein. Hinter dem Staubhalo der Koma befinden sich einige Sterne und er scheint "dünner" geworden zu sein. Im Zentrum ist immer noch die dreiecksförmige hellere Region zu erkennen. Auch die hat sich gegenüber der früheren Beobachtung vom 30.10. vergrößert, den sie reicht immer noch bis an den Rand des Halos. Um diese hellere Region ist der Halo in länglicher Form etwas deutlicher, ähnlich wie bei dem Hantelnebel.
19.11.2007 04:35 Uhr und 04:50 Uhr UTC D2 U3 (Bild unten)
# Refr. 150/2300 mm, 38x, Gesichtsfelddurchmesser 1°08` Der erste Eindruck erinnert an eine Qualle.Der Halo ist gleichmäßig und ohne Strukturen. Der Rand ist zu alpha Perseus nicht scharf umgrenzt. Die Koma zeigt sich länglich, der Kern ist nicht sichtbar.
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Merkur am Taghimmel
08.12.2003, 12:45- 13:00 Uhr UTC, D2 U5
# Refr. 150/2250 mm, Binokularansatz, 15mm ED-Okulare, 150x
Nach der Sonnenbeobachtung ist es mir heute gelungen, Merkur am Taghimmel zu beobachten. Trotz mäßigem Seeings war der Planet bei einer Helligkeit von -0,4m gut zu finden. Durch die gegenwärtige Phase, der beleuchtete Teil beträgt nur 64,5%, erschien er bei 150 facher Vergrößerung in der N-S-Achse länglich.
(So finde ich ihn)
Mars
30.08.2003, 21:50 - 22:30 Uhr UTC, D2 U4
# Refr. 150/2250 mm, Binokularansatz, 15mm ED-Okulare, 150x, Orangefilter,
ZM 277°, Der Mars steht um diese Zeit schon fast im Süden und erreicht damit seinen höchsten Punkt über dem Horizont. Die Südpolkappe ist deutlich kleiner geworden, fast unauffällig. Augenfällig ist das Gebiet Syris Major (35) westlich vom Zentralmeridian nördlich des Äquators. Die Buchten Libya (52) und Moeris Lacus (36) begrenzen die dunklen Gebiete deutlich nach Nordosten. Nach Osten schließen sich die Gebiete Hesperia (27), Mare Cimmerium (25) und das Mare Tyrrhenum (27) deutlich sichtbar ab. Südlich des Mare Cimmerium (25) zeigen sich weitere schwache dunkle Schattierungen. Südwestlich der Syris Major begrenzt das Mare Serpentis (54) das dunkle Gebiet. Südlich der Syris Major (35) ist das Hellas-Becken (40) schwach sichtbar. Gebiete wie Cerberus (28) oder Hyblaeus (32) waren nicht erkennbar.
Wie G. Schiaparelli mit seinem Teleskop Gräben und Rillen auf dem Mars erkannt haben wir ist mir rätselhaft, zumal er durch die größer Entfernung des Mars ungünstigere Beobachtungsbedingungen hatte.
Anmerkung: Die Zahlen bezeichnen die Gebiete in der Karte der Interstellarumbroschüre "Mars"

Mars
07.07.2003,
00:02 - 00:15 Uhr UTC, D2 U5
# Refr. 150/2250 mm, Binokularansatz, 15mm ED-Okulare, 150x
Ich habe letzte Nacht die Gelegenheit genutzt und den Mars beobachtet. Trotz extrem schlechtem Seeing war doch einiges zu sehen. Der Südpol ist z. Z. "riesig". Die fast kreisförmige weiße Polkappe stach regelrecht ins Auge. Richtung Norden zwischen ca. 20 - 60° südlicher Breite schloss sich eine dunkles Gebiet an. Der Zentralmeridian betrug 84°. Demnach musste es sich bei diesem Gebiet um das Thaumasia, Bosporos und weiter westlich das Mare Erythraeum gehandelt haben. Ich bin gespannt, wie sich die Sichtbarkeitsperiode entwickelt.
Partielle Sonnenfinsternis
31.05.2003, 03:20 - 04:30 Uhr UTC, D4 U2,
Ort: Bismarkturm in Eschwege
# Feldstecher 9x63
Ich konnte für wenige Minuten den Aufgang der Sonne und des Mondes vom Bismarkturm in
Eschwege aus beobachten. Ich war mit der Familie und Freunden mit den
Fahrrad unterwegs. Um 2:30 Uhr UTC klingelte der Wecker. Wir sind dann
mit den Fahrrad einige Kilometer zum einen Parkplatz am Gr. Leuchtberg
gefahren und von dort zu Fuß weiter. Der Aufstieg war schweißtreibend.
Vom 26m hohen Turm hat man einen phantastischen Blick über das Werratal.
Um 3:23 Uhr MEZ kamen die rechte Spitze der grellroten Sonnensichel über
den Schloßberg hoch. Der Horizont war bis in eine Höhe von ca.
3 grd. über dem Horizont wolkenfrei. Wenige Augenblicke später
war das Pärchen Sonne und Mond in voller Pracht zu sehen. Tiefrot zeigte
sich die Sonnensichel im (9x63) Feldstecher hinter der Silhouette des Berges.
Ein prächtigen Bild. Der Aufstieg hatte sich auf jeden Fall gelohnt. Wenige Minuten später verschwanden Sonne und Mond hinter den Wolken.
Einen Gruß an die Touristeninformation in Eschwege, die uns im Vorfeld den Tipp gab,
die Beobachtung vom Bismarkturm aus zu versuchen.
Die Zeichnung gibt einen Eindruck des Ereignisses wieder.

Merkurtransit
07.05.2003,
05:02 - 05:20 Uhr UTC, D1 U2 und 10:15 - 10:35 Uhr UTC, D2 U4
# Refr. 100/600 mm
Folienfilter, Binokularansatz, 15mm ED-Okulare, 40x
Ich hatte schon am
Abend vorher, trotz wolkenverhangenen Himmel und Nieselregen, mein Reiseteleskop
ins Auto gepackt. Am nächsten Morgen wollte ich noch vor Arbeitsbeginn
vom Parkplatz aus eben mal beobachten.
Am Morgen dann strahlend blauer Himmel. Innerhalb weniger Minuten war das Teleskop aufgebaut. Ich
habe Merkur entdeckt, als er sich mit ca. 10 % seines Durchmesser (ca. 12
Bogensec.) vor die Sonnenscheibe bewegt hatte. An dem ruhigen Sonnenrand
zeigt sich eine kleine Delle, die schnell größer wurde. Innerhalb
von ca. 3 min war er voll da. Der klassische Tropfeneffekt war nicht sonderlich
ausgeprägt. Ich fand, der Merkur war erstaunlich groß, größer
als viele Sonnenflecken. Der Planet stand tief schwarz und gestochen scharf
vor der Sonnenscheibe. Durch den direkten Vergleich wurde die gewaltige Größe
der Sonne deutlich. Die Erde ist letztlich nur 2,6 mal so groß wie
der Merkur. Jetzt ist es Zeit noch eben die Sonnenflecken zu zählen.
Dann Mittagspause.
Schnell noch mal zum Parkplatz und das Teleskop aufgebaut. Das Seeing hatte
sich deutlich verschlechtert. Der Sonnenrand brodelte. Merkur war noch ca.
2 Durchmesser vom Sonnenrand entfernt. Er näherte sich zusehends dem
Austrittspunkt. Ein Kollege war dabei, wir fachsimpelten zwischenzeitlich
über Teleskope und Montierungen. Jetzt aber den Austritt nicht verpassen.
Merkur berührte schon fast den Sonnenrand. Der Tröpfcheneffekt
war an dem unruhigen Sonnenrand nicht erkennbar. Wenige Minuten später
war das Schauspiel vorbei.

Jupitermonde
Bedeckung 13.03.2003, 21:40 - 21:55 Uhr UTC,
D1 U2 # Refr. 150/2250mm, Binokularansatz, 10mm ED-Okulare, 225x
Im Sternenhimmel 2003 wird das Ereignis folgendermaßen beschrieben:
Europa wird von Io zu 65% bedeckt.
Die Monde nähern sich mit einem erstaunlichem Tempo. Sie sind bei der Vergrößerung
sehr deutlich scheibenförmig zu erkennen. Kurz nach dem ersten Kontakt
um 21:51 Uhr UTC bekommt das Duo eine keulenförmige Gestalt. Beide Monde
verschmelzen jetzt rasch. Wenige Minuten später sind sie einzeln nicht
mehr erkennbar. Das Gebilde bleibt in der Nord-Südachse länglich.
Dann nimmt die keulenförmige Gestalt rasch wieder zu. Der 4. Kontakt
ist nicht deutlich erkennbar. Plötzlich ist zwischen beiden Monden
wieder ein geringer Abstand. Eine Helligkeitsveränderung ist mir nicht
aufgefallen.
Verfinsterung 13.03.2003 23:04:17 - 23:07:01 Uhr
UTC, D1 U2
# Refr. 150/2250mm, Binokularansatz, 10mm ED-Okulare, 225x
Die Beschreibung aus dem Jahrbuch: Europa wird von Io verfinstert.
Die Verfinsterung ist während 18 s total, von der Erde aus gesehen
"ringförmig", der Schatten von Io hat nur 58% des Durchmessers von Europa.
Meine Beobachtung dazu: Kurz nach dem Beginn der Verfinsterung nimmt die Helligkeit von Europa deutlich ab. Zur Mitte der Finsternis ist
der Mond für kurze Zeit nur blickweise zu sehen, teilweise verschwindet
er ganz. Ab 23:06:40 Uhr UTC nimmt die Helligkeit wieder deutlich zu. Wenige
Sekunden später ist kaum noch ein Helligkeitunterschied erkennbar. Die
Helligkeitsschätzung wird durch die Nähe zum Jupiter etwas erschwert,
denn wenige Minuten später wird Europa durch Jupiter bedeckt.
Komet Kudo-Fujikawa;
31.12.2002 16:48 –
17:10 Uhr UTC, D2 U4, Grenzgröße heller 3 m (Dämmerung)
# Refr. 100/600 mm,
Zenitprisma, 25mm ED-Okular, 24x
Der Komet ist auf der Linie in Verlängerung der beiden Sterne my Her – xi Her Richtung
Lyra im Fernrohr leicht zu finden. Er zeigt sich als schwaches flächiges,
rundliches Objekt. Das Kerngebiet ist etwas heller und auffällig. Ein
Schweifansatz ist nicht erkennbar. (DC3) Die Helligkeit liegt, verglichen mit M57, etwa bei 8m.
# Refr. 150/2250mm, Zenitprisma, 35mm ED-Okular, 64x
Auch jetzt zeigen sich keine weiteren Strukturen in der Koma, das Kerngebiet ist deutlicher
und die Gestalt insgesamt etwas „eckiger“, was auf einen Schweifansatz hindeutet.
(DC4)
Nach einer längeren Regenzeit war das mal wieder eine genußvolle Beobachtung.
Komet Ikeya-Zhang
16.05.2002 20:35 -
21:10 Uhr UTC, D2 U4, Grenzgröße 4,5 m
# Refr. 150/2250mm,
Zenitprisma, 35mm ED-Okular, 64x
Der Komet steht nun
schon hoch über dem SE-Horizont im Sternbild Herkules, nicht weit
entfernt von M13, daher ist er damit gut vergleichbar. Er steht in der
Spitze einer pfeilförmigen Sternengruppen aus 5 Sternen. Er ist etwa
doppelt so groß wie M13, aber ähnlich hell. Die Gestalt ist rundlich
mit zum Zentrum leicht zunehmende Helligkeit. Der etwas längliche Kern
ist nur schwer erkennbar. Innerhalb der Beobachtungszeit ist eine Ortsveränderung
innerhalb der Sternengruppe erkennbar.
# Refr. 100/600mm, Bino, 25mm ED-Okulare, 24x
Die Sterne der Gruppe sind nicht alle zu sehen. Der Komet ist ein rundliches Scheiben mit einem
etwas hellerem Kerngebiet.

Komet Ikeya-Zhang
02.03.2002 18:20 –
18:45 Uhr UTC, D2 U2, Grenzgröße heller 4m
# Refr. 100/600 mm, Zenitprisma, 25mm ED-Okular, 24x
Zum erstenmal stört der Giebel meiner Sternwarte die Beobachtung. Daher wich ich mit dem Reiseteleskop auf den Balkon aus.
Der Komet stand von Algenib im Pegasus ausgehend auf einer, parallel zum Horizont verlaufenden
Linie Richtung Süden. Die Sterne im Sternbild Fische waren alle nicht
zu sehen, die Orientierung daher nicht einfach. In der Nähe der Kometenposition
habe ich das Himmelsareal dann "abgescannt".
Der Komet war rundlich mit einem helleren Kerngebiet, ähnlichen einem kleinen Kugelsternhaufen
(DC3). Der Schweif war gerade gerichtet, hatte eine Länge von ca. 20-25
Bogenminuten (ca. 1/6 - 1/5 des Gesichtsfelddurchmessers), aber nur bei
indirekten Sehen schwach erkennbar. Er stand nur ca.3 - 5° über
dem Horizont. Die Helligkeit konnte ich nicht schätzen.

Sonnenfinsternis auf Jupiter
01.03.2002 20:00 -
21:10 Uhr UTC, D2 U2
# Refr. 150/2250 mm, Bino, 10mm ED-Okular, 225x
Seit 2 Wochen, ist der Himmel endlich mal wieder klar. Die letzte Beobachtung in meinem Protokollbuch trägt das Datum 16.2.. Es lockt die Beobachtung.
Ich peile Jupiter
an. Der Schatten des Mondes Io fällt sofort bei Beobachtungsbeginn
im nördlichen Rand des SEB (Südl. Äquatorialband) auf.
Im nördlichen Rand des NEB (Nördl. Äquatorialband) sind
2 dunkle Flecken zu erkennen. In den folgenden Minuten behalten die beiden
dunklen Flecken und der Mondschatten etwa die gleiche Position relativ
zueinander bei. Ist die Umlaufzeit des Mondes identisch mit der Rotation
des Jupiters? Den Mond selbst kann ich vor dem Planeten nicht erkennen.
Um ca. 20:49 Uhr UTC,
wenige Minuten vor dem Durchgangsende wird der Mond als helles, kreisrundes
Scheibchen sichtbar. Der dritte Kontakt der Ränder ist nicht eindeutig
zu bestimmen. Langsam deformiert sich der Rand des Jupiters. Der Mond verwischt
etwas. Sekunden später hebt sich der Mond nun aber unverkennbar von
Jupiterrand ab. Der Schatten von Io steht etwa über dem Zentralmeridian.
Io wird immer deutlicher. 20:52 Uhr UTC. Einige Minuten nach dem dritten
Kontakt hat er sich vom Planetenrand gelöst und steht als winziges Scheibchen
direkt über dem Planeten. Der Abstand wird größer. Die dunklen
Flecken im SEB sind schon hinter dem Rand verschwunden.
Der Anblick von Io,
Jupiter und der Schatten erinnern an die Grafik zur Erklärung der
Sonnenfinsternis im Schulbuch.

Saturn und Jupiter bei hervorragendem Seeing, E u. F im Trapez
09.01.2002 21:00 -
21:30 Uhr UTC, D1 U1
# Refr. 150/2250 mm,
Bino, 10mm ED-Okular, 225x, 7,5 mm ED-Okular, 300x
Ich bekommen einen
Anruf von einem Freund, dass das Seeing super ist. Also schnell noch eben
das Dach auf und beobachten.
Saturn war
phantastisch. Details im Ring und auf dem Planeten selbst, wie ich sie
sehr selten gesehen habe. Im inneren Ring war sogar eine bogenförmige
Speiche zu erkennen. Die Cassiniteilung war auf dem gesamten Ringumfang
sichtbar. Außerhalb der Cassiniteilung gräuliche Strukturen
wie auf einer Schallplatte. Die Encketeilung konnte ich dazwischen nicht
eindeutig bestimmen. Auf dem Planeten schwache Strukturen in dem helleren
Äquatorband. Östlich vom Zentralmeridian ein größerer hellerer Fleck (ca. 5-10° Durchmesser) mit deutlichem Rand.
Auf Jupiter
waren sehr viele Wolkenbänder bis zu den Polen erkennbar. Im NEB zwei
dunkle, leicht linsenförmige Flecken mit diffusen Rändern, heller
und kleiner wie Mondschatten. Im NEB helle nadelförmige Strukturen. Im
SEB der scharfumgrenzte Schatten vom Jupitermond Europa.
Und dann ... das gute
Seeing ausnutzten und das Teleskop testen.
Das Trapez
im Orionnebel. Die Komponenten E u. F habe ich bei 225facher Vergr.
auf Anhieb entdeckt. Sie waren gut zu erkennen. Der Orionnebel mit
Strukturen wie in einem aufgewühlten Wattebausch! Die Beobachtungen
von R. Stoyan (Deep Sky Reiseführer) konnte ich allerdings nicht nachvollziehen.
Deep-Sky-Beobachtung 14.12.2001 21:25 -
22:20 Uhr UTC, D1 U3, Grenzgr. 5,5m - 6m
Seit langem ist der Himmel mal wieder klar, und ich habe Zeit zum Beobachten. Jupiter in den
Zwillingen und Saturn im Stier sind die hellsten und auffälligsten
Gestirne. Südlich darunter der Orion. Der große Orionnebel ist
mit bloßem Auge zu erkennen. Im Sternbild Fuhrmann die Pracht der Milchstraße.
In den Zwillingen wird die Milchstraße viel schwächer. Im Südosten
der schwachsinnige Betrieb eines Skybeamers. Im Westen neigt sich das Sternbild
Pegasus mit Andromeda zum Horizont. Da, der Stier wird durch eine sehr
helle Sternschnuppe durchzogen. Die Leuchtspur hinterläßt eine
rauchförmige Spur.
# Refr. 150/2250 mm, 35 mm ED-Okular, 64fache Vergr.
M 78, GN im
Ori, 8m
Der schwache Nebel hat eine ovale, kometenähnliche Gestalt. Im geringfügig helleren
Kern stehen zwei etwa gleich helle Sterne in einem größeren Abstand.
M 1 Krebsnebel, GN im Tau, 8m
Der Nebel ist länglich, die Längsseiten mit abfallender Helligkeit. Beim Wechsel vom direkten zum indirektem Sehen scheint der Nebel zu tänzeln. Er hebt sich deutlich (3D-ähnlich) vom Himmelshintergrund ab.
NGC 2244, OS im Mon, 5m
Sieben Sterne stehen in zwei Reihen nebeneinander. Dazwischen mehrere schwächere. Etwa in der Mitte der einen Reihe vervollständigen zwei eng stehende Sterne die Linie. Der Rossettennebel in der Umgebung ist nicht erkennbar.
NGC 2301, OS im Mon, 6m Eine Sternenreihe
in wellenförmiger Anordnung. Im Mittelteil auf einer runden Fläche ca. 15 schwäche Sterne. Von hier erstreckt sich rechtwinklig eine weitere Sternreihe leicht keilförmig.
Sonnenflecken 09.12.01 14:00 Uhr
UTC
# bloßen Augen
und Sonnenfinsternisbrille
Auf der südlichen
Halbkugel der Sonne, in der Nähe des Zentralmeridians, ist eine Sonnenfleckengruppe
als kleines schwarzes Pünktchen mit bloßem Auge zu sehen. Meine
Augen schützte ich bei der Beobachtung mit der Sonnenfinsternisbrille.
Ein Sonnenfleckengruppe
muß mindestens ca. 92.000 km Durchmesser haben, um sie mit bloßem
Auge sehen zu können (Auflösung des Auges ca. 2 Bogenminuten).
Mond
12.10.01 04:45
- 05:15 Uhr UTC, D1 U1
# Refr. 150/2250 mm,
Binokularansatz 10 u. 15 mm ED-Okulare, 150 und 225fache Vergr.
physikalische Daten: Lgr. ca. 30.5°W (Tag- u. Nachtgrenze)
Die kleinen Krater
im Oceanus Procellarum fallen durch die tiefstehende Sonne sofort auf. Wie
Nadelstiche, teifschwarz liegen sie in der fast glatten Ebene des "Ozeans".
Alle, im Rükl-Mondaltas verzeichneten Kleinstkrater sind problemlos
erkennbar. Dazu gehören beispeilsweise Suess J (ca. 7°N, 48,3°W)
und K (ca. 6,5°N, 50°W). So auffällig waren die Krater am nächsten
Morgen nicht mehr. Ein weiteres Beispiel dafür, dass sich auf der Mondoberfläche
bei jeder Änderung des Sonnenstandes neue Details entdecken lassen.
Jupiterbedeckung durch den Mond - Astronomenschicksal
12.09.2001
In den Jahrbüchern
war für ca. 14:54 Uhr MESZ eine Jupiterbedeckung angesagt. Ein Ereignis
von Seltenheitswert.
Nach tagelangen sehr
herbstlichen Wetter mit viel Regen und Wind gab es am Morgen endlich blaue
Stellen am Himmel. Also am Mittag dem Arbeitsplatz den Rücken kehren
und die Beobachtung vorbereiten.
Kontaktzeiten bestimmen.
Stoppuhr klar machen. Die Positionen des Mondes prüfen - der Mond wird
nicht durch den Giebel der Sternwarte verdeckt. Um 14:00 Uhr MESZ die Stoppuhr
starten. Die Sonne scheint durch größere Wolkenlöcher, der
Mond ist zu sehen. Es bleibt noch Zeit die Sonnenflecken zu zählen.
Die Spannung steigt. Bloß nicht den ersten Kontakt verpassen. Wie ist
Jupiter zu sehen? Von Westen nähern sich wieder dichte Wolken. Um den
Ort des Mondes sind noch Wolkenlücken zwischen den tief ziehenden Haufenwolken.
Der blaue Himmel ist von leichten Schleierwolken durchzogen.
Aber einige Minuten
vor dem Bedeckungsbeginn schieben sich wieder Wolken vor den Mond. Die
Bewölkung verdichtet sich. Keine Chance wenigstens den Austritt des
Jupiters zu beobachten. Erinnerungen an die Sonnefinsternis im August 1999
werden wach.
Uranus, Neptun
15.08.01 21:24 Uhr
UTC, D3 U2, Grenzgr. 4m2
# Refr. 150/2250 mm,
Binokularansatz 10 u. 15 mm ED-Okulare, 150 und 225fache Vergr.
Uranus, Helligkeit:
5m7, scheinbarer
Durchmesser: 3"68
Der Planet ist deutlich
scheibenförmig, gräulich und ohne Strukturen.
Neptun, Helligkeit:
7m8, scheinbarer
Durchmesser: 2"3
Auch bei 225 fachr
Vergr. nicht sicher erkannt. Die Unterscheidung zu den Sternen des Umfeldes
war schwierig.
Venus, Jupiter, Saturn und Mond zeichnen am Osthimmel die Spur
der Ekliptik
14.08.2001
Eins unserer Kinder weint.
Es ist 4:10 Uhr. Dann eine zweite Stimme. Gehst du? Ich gehe. .... Bevor
ich wieder zu Bett gehe, noch eben einen Blick aus dem Fenster. Endlich
das ersehnte Schönwetter. Die hellsten Planeten
und der Mond zeichnen am Osthimmel die Spur der Ekliptik, Saturn steht knapp über den Nordpol des Mondes. Ein schöner Anblick. Ich gehe schnell noch in die Sternwarte, nur 10 min.....
2:20 - 2:50 Uhr UTC,
D2 U1
# Refr. 150/2250 mm,
Binokularansatz 10 u. 15 mm ED-Okulare, 150 und 225fache Vergr.
Saturn
Im Bereich des Äquators
einen helles Band. Nördlich bis zum Pol weitere schwache Wolkenbänder.
Auf dem Ring der Schatten
des Planeten. Die Cassini-Teilung ist bis ca. 40° östlich und westlich
des Zentralmeridians im Ring deutlich zu erkennen. Ich suche die Encke-Teilung.
Nichts. Die Helligkeit des Ringes fällt in den Ansen nach innen und
außen deutlich ab.
Jupiter
Das Seeing ist schlechter.
Der Schornstein. Nur die beiden äquatorialen Bänder sind deutlich
auszumachen. Das NEB ist kräftiger. In den anderen Wolkenzonen sind
schwache Bänder erkennbar.
Mond
Ich habe den Mond
selten in dieser Phase beobachtet. Ein flüchtiger Blick über
den Terminator (Tag- Nachtgrenze). Das Gebiet um den Krater
Byrgius (65 W, 25 S) hebt sich deutlicher heller vom Umland ab. Auf der
Nachtseite sind die groben Umrisse der Mondmeere erkennbar.
Mein Blick schweift
über den Himmel. Die schwachen Sterne geben schon in der nahenden
Dämmerung unter.
Noch ein Blick zum Mond. Gibt es noch eine Sternbedeckung? Im Teleskop kein Stern weit und
breit der bedeckt werden könnte. Da, ein Satellit verschwindet vor dem
Mond.
Noch einmal einen
Blick zu den Planeten. Der Mond hat im Vergleich zum Saturn deutlich seine
Position verändert.
Es ist 5:00 Uhr. Ich
fahre das Dach zu. Nur 10 Minuten.
Venus und Jupiter am Taghimmel
08.08.2001, 06:26
- 06:59 Uhr UTC, D1 U3
# Refr. 150/2250 mm,
Binokularansatz 15 mm ED-Okulare, 150fache Vergr.
Venus , physikalische
Daten: k = 0,76 (beleuchter Teil), Helligkeit: -4m 0
Der Terminator (Tag-
Nachtgrenze) zieht sich gleichmäßig und ohne Ein-oder Ausbuchtungen
über den gesamten Planetendurchmesser. Die Dämmerungszone ist
erkennbar. Auf der Tagseite sind keine Helligkeitsunterschiede in der Wolkendecke
der Venus beobachtbar.
Jupiter,Helligkeit:
-2m 0
Zum erstenmal ist
es mir gelungen, den Jupiter am Taghimmel zu beobachten. Der mäßige
Kontrast zum Himmelhintergrund ließ es nicht zu, viel Detail
zu beobachten. Lediglich die äquatorialen Wolkenbänder waren deutlich
sichtbar. Die Wolkenbänder in der oberen nördlichen Polarzone konnten
erahnt werden.
(So finde ich sie)
Für 19,99 EUR
nach London, Paris, Rom. Die Freude auf eine schöne Beobachtungsnacht
wird getrübt.
Komet "Linear A2"
16.07.2001,
22:20 - 22:50 Uhr UTC, D4 U2, Grenzgr. im Umfeld des Kometen ca.
4m
# Feldstecher 9x63
Der Komet ist leicht
als schwacher nebliger Fleck zwischen den Sternen Enif und Scheat im Pegasus
zu finden.
# Refr. 100/600 mm,
35 mm ED-Okular, 17fache Vergr.
In N-S-Richtung länglicher
Nebelfleck ohne Strukturen, DC3 (Kondensationsgrad), Helligkeit ca.
7 - 8m ,
Ausdehnung ca. 15´ (Vergleich mit M13)
# Refr. 150/2250 mm,
35 mm ED-Okulare, 64fache Vergr.
Strukturlos mit leichter
Helligkeitszunahme zum Zentrum.
Während der Beobachtung
ist die Eigenbewegung im Umfeld der Sterne deutlich erkennbar.
Mars
23.06.2001, 23:45
- 23:55 Uhr UTC, D2 U5
# Refr. 150/2250 mm,
Binokularansatz 15 mm ED-Okulare, 150fache Vergr., ohne Filter
physikalische Daten:
Durchmesser = 20".69, k (beleuteter Teil) = 0,98, Helligkeit = -2,3m , Höhe über Horizont
= ca.10°, ZM (Zentralmeridian) = 82,5°
Der Mars erscheint
insgesamt rötlich. Die Polkappe des Südpols ist deutlich als weißlicher
Abschnitt zu sehen. Im der südwestlichen Region ist ein schrägliegendes
ovales Gebiet bräunlich gefärbt. Im nordwestlichen Teil der Planetenscheibe
ist auch eine kleine Region mit brauner Färbung. Das Gebiet ist aber
nur etwa halb so groß.

Deep-Sky-Beobachtungen
23.05.2001 19:50
-24.05.2001 0:20 Uhr UTC, D1 U4, Ort: Beobachtungsplatz der Volkssternwarte
Paderborn. Ich verabredete mich mit einigen Freunden zur gemeinsamen Beobachtung. Das Wetter und der folgende Feiertag boten beste Chancen, eine Nacht an den Teleskopen zu verbringen.
In der Dämmerung waren Jupiter und Merkur schnell gefunden und wurden ausgiebig beobachtet.
Die ersten sichtbaren Sterne wurden genutzt, um die Teleskope auszurichten.
Ab ca. 21:00 Uhr UTC war der Himmel dunkel genug für die Deep-Sky-Beobachtung. M57 und M13 waren die ersten Beobachtungsobjekte.
M 104 Sombrero-Galaxie, Vir, 8,5m
# Spiegelteleskop
VC200L 200/1800 mm, Binokularansatz 25 mm ED-Okulare, 45fache Vergr.
Bauchig-länglich,
zum Staubband scharf abgegrenzt, unterhalb des Bandes keine weitere Aufhellung
M 51 Strudelgalaxie,
Vir, 8,5m
# Spiegelteleskop
LX200, 200/2000 mm, 22 mm LVW-Okular, 91fache Vergr.
In beiden Galaxien sind deutlich die Kerngebiete erkennbar, die Spiralstruktur bei indirektem
Sehen andeutungsweise sichtbar, und auch die Materiebrücke zwischen
den beiden Galaxien ist deutlich erkennbar
# Refr. 100/600 mm,
Binokularansatz 25 mm ED-Okulare, 24fache Vergr.
Die Galaxien sind
als strukturlose, zusammenhängende längliche Nebel erkennbar.
Die Materiebrücke ist als Einschnürung deutlich sichtbar.
M 105, Glx,
Leo, 9,5m
und NGC
3384, Glx, Leo, 10m
# Spiegelteleskop
LX200, 200/2000 mm, 22 mm LVW-Okular, 91fache Vergr.
Beide Galaxien sind
rundlich, sternenähnlich mit hellerem Kerngebiet, aber keine weiteren
Strukturen
Milchstraße
# Großfeldfernglas
20x80 und # Refr. 100/600 mm, Binokularansatz 25 mm ED-Okulare, 24fache
Vergr.
Nach Mitternacht zeigte
sich die Milchstraße in ihrer vollen Pracht. In den Sternbildern Schwan
und Adler teilt sie sich in zwei Teile.
Die Dunkelwolken in
diesem Gebiet sind zu erahnen. Im Fernglas war die Sternenfülle überwältigend.
NGC 7000 (GN,
Cyg, 5m), der Nordamerikanebel
war aber nicht zu sehen.
M 39 (OS, Cyg,
5m) und M 29
(OS, Cyg, 7m), zwei offene Sternhaufen, waren in dem Sternenmeer nicht einfach
auszumachen.
M 101 Spiralrad-Galaxie,UMa,
8m
# Spiegelteleskop
TAL2 150/1200 mm, 25 mm Plössl-Okular, 48fache Vergr.
Galaxie mit ungleichmäßiger
Gestalt, strukturlos, zum Kern heller werdend
# Im Newton-Spiegelteleskop
200/1200 mm mit 8-24 mm Vario-Okular, sternähnliches Kerngebiet
Zwischendurch einen
Blick auf den Mars, die Nähe zum Horizont bot aber noch keine ausreichenden
Beobachtungsbedingungen.
M 8 Lagunennebel,
Sgr, 4,5m und
NGC 6530, Dunkelwolke
# Newton-Spiegelteleskop
200/1200 mm mit 8-24 mm Vario-Okular,
Um NGC 6530
herum hebt sich der Lagunennebel deutlich ab. Die Dunkelwolken geben dem
Nebel eine blütenförmige Gestalt.
Durch die aufkommende
Feuchtigkeit beschlugen die Teleskope und die Optiken, wir beendeten diese
schöne klare Nacht.
Mond
26.04.2001, 19:20
- 19:45 Uhr UTC, D2 U5
# Refr. 150/2250 mm,
Binokularansatz 25 mm ED-Okulare, 90fache Vergr.
physikalische Daten:
Lichtgrenze: 33,9° E, Liberation: 4,23° E
Die Krater Berosus
und Hahn, nordöstlich des Mare Crisium sind gut auszumachen, der westliche
Wall des Kraters Gauss (76°E) ist knapp unter dem Mondrand zu sehen.
Weiter südlich ragt der westliche Rand des Vallis Snellius am Terminator
(Tag- und Nachtgrenze) in den Himmel. Die Kraterkette
zwischen Rheita und Young zeigt sich durch die tiefstehende Sonne als geschlossener,
tiefschwarzer Graben. Am Südpol leuchten zwei Berggipfel am Terminator
wie Edelsteine. Ist das der östliche Rand des Kraters Scott oder Malapert
? Auf der Nachtseite des Mondes heben sich die Mare (Mondmeere) deutlich
ab. Der Westrand erscheint heller wie der mittlere Teil. Der Krater Aristachus
hebt sich deutlich als heller Fleck von der umgebenden Mondlandschaft ab.
Am Westrand verschwindet
ein schwacher Stern (ca. 11m) hinter dem Mond.
# Refr. 100/600 mm,
Binokularansatz 25 mm ED-Okulare, 24fache Vergr.
Bei ca. 2° Gesichtfelddurchmesser
hebt sich die Nachtseite des Mondes noch deutlicher vom Himmelshintergrund
ab. Das Mare Imbrium, der Oceanus Procellarum und das Mare Nubium sich deutlich
erkennbar. Aber die Details sind bei diesem Anblick nicht mehr so wichtig.
Der Mond schwebt quasi vor mir. Ich denke an die Apollo-Astronauten auf
ihrem Weg zum Mond, an diesen erhabenen Anblick aus dem Fenster des Raumschiffs.
Nur noch 100.000 km
Venus am Taghimmel
24.04.2001,
08:05 - 08:18 Uhr UTC, D2 U4
# Refr. 150/2250 mm,
Binokularansatz 15 mm ED-Okulare, 150fache Vergr., Graufilter
physikalische Daten:
k = 0,14 (beleuchter Teil), Helligkeit: -4m5
Venus zeigt sich als
schmale strukturlose Sichel. Die "Hörnerspitzen" reichen nicht bis
zum Zentralmeridian. Auch die Nachtseite ist (erwartungsgemäß)
nicht sichtbar.
(So finde ich sie)
Nordlichter
11.04.2001, 21:40
- 22:00 Uhr UTC
Der Himmel ist zwischen
NO und NW bis in ca. 20° Höhe deutlich aufgehellt. Im NO ca. 20°
über dem Horizont im Sternbild Leier einige Minuten schwach rötliche
Verfärbung. Zwischen NNW und NNO wechselnd mehrere senkrechte, grünlich
gefärbte Streifen bis ca. 50° Höhe (Polarstern). Nach einigen
Minuten weitere Streifen im Norden. Rötliche Streifen durchziehen ca.
21:50 Uhr im NO das Sternbild Schwan. Weitere Beobachtungen werden durch
aufziehende Bewölkung verhindert.
Sonnenflecken
28.03.2001, 12:05
Uhr UTC, D2 U3
# Refr. 100/600 mm,
Folienfilter, Vergr. 50x , Meade-Messokular,
Auf der Sonne war
in der Nähe des ZM (Zentralmeridian) bei ca. 40° nördl.
Breite eine riesige Sonnenfleckengruppe mit bloßem Auge sichtbar.
Ich konnte mit dem Messokular die Größe der Fleckengruppe bestimmen.
Der Sonnendurchmesser
betrug ca. 27,5 Teilungen, die Ausdehnung der Fleckengruppe in der Länge
ca. 4 Teilungen, in der Breite ca. 1,4 Teilungen. Die daraus errechnete
wahre Ausdehnung der Gruppe ist ca. 204.000 km x 91.000 km.
Die Gruppe enthielt
63 Umbren mit vielen Lichtbrücken aber nur 18 Penumbren.
Jupitermond Io
17.01.2001, 19:45
- 20:10 Uhr UTC, D1 U2
# Refr. 150/2250 mm,
Binokularansatz 15 mm ED-Okulare, 150fache Vergr.
Im Jahrbuch war angekündigt,
daß der Jupiter-Mond Io um 19:51 UTC bedeckt wird. Ich hatte noch
Zeit meine Sternwarte zu öffnen und die Stoppuhr klar zu machen. Die
Bedeckung war bei guter Sicht sehr schön zu verfolgen. Das Verschwinden
des Mondes hinter dem Jupiter hat nach meiner Beobachtung 3m 43 sec. gedauert!
Da die Beobachtung nicht ganz einfach ist, und die Kontaktzeiten nur schwer
zu bestimmen sind, folgt unweigerlich die Frage: Wie lange dauert das Verschwinden
tatsächlich ?
Die Daten zur Berechnung:
Durchmesser
von Io: 3.630 km
Bahnradius:
422.000 km
Umlaufzeit:
1,769 d
Das Rechnungsergebnis
lautet 3 m 29 sec.
Jupiter und Saturn
24.11.2000,
D1 U1, Grenzgr. 6m Zeiten in UTC
# Refr. 150/2250 mm,
Binokularansatz 15 mm ED-Okulare, 150fache Vergr.
20:21 Jupiter
SPR (Südpolregion)
gräulich mit deutlichen Strukturen.
SSTR (Wolkenband
bei ca. 50° S) auf der östl. Planetenscheibe.
SEB (Südl.
Äquatorialband) über die gesamte Planetenscheibe, in
westl. Teil breiter.
Am östl. Rand
GRF (Großer Roter Fleck) leicht rötlich im SEB, mit
hellem Rand zum SEB abgegrenzt. Westl. vom GRF dunkle Verfärbung.
NEB (Nördl.
Äquatorialband) über die gesamte Planetenscheibe, in unterschliedl.
Breite. In Höhe des GRF dunkle Verfärbung.
NTB (Nördl.
Wolkenband bei ca. 60°) bis NPR (Nördl. Polarregion)
verschiedene bandförmige Strukturen ohne klare Abgrenzung.
NPR wieder deutl.
dunkler.
20:32 Mal schauen
wie´s beim Saturn aussieht.
Die Cassiniteilung
ist fast über den gesamtem Ring deutl. sichbar. Nach innen angrenzend
zur Cassiniteilung ist der Ring deutl. heller. Zum äußeren und
inneren Rand fällt die Helligkeit in der Äquatorebene ab.
Auf dem Planeten selbst
ist ein helles Band von ca. 30grd. Breite sichtbar. Innerhalb diese Bandes
deutliche Strukturen. Zum Südpol hin dunkler mit bandförmigen
Schattierungen.
Ein Anblick wie auf
der Postkarte !
20:57 Nochmal zurück
zum Jupiter. Der GRF hat sich deutl. zum ZM (Zentralmeridian) verschoben.
Man kann zuschauen, wie Jupiter rotiert. Io nähert sich dem Planeten.
21:16 Der Schatten
von Io berührt die Planetenscheibe. Ein Anblick, wie wenn man mit dem
Finger einen Luftballon eindrückt. Der Schatten grenzt direkt an Io
und wandert diesem voraus.
22:00 Die Finger sind
kalt. Schnell mal rein zum Aufwärmen.
22:40 Der Schatten
von Io am unteren Rand von SEB. Io selbst ist vor der Planetenscheibe nicht
zu sehen.
22:50 Bevor ich das
Schiebedach meiner Sternwarte schließe, noch einmal den prachtvollen
Anblick des Saturn geniesen.
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